Ich wurde mit einem Baby aus dem Krankenhaus entlassen und brachte zwei mit nach Hause

Ich hatte immer davon geträumt, eine Tochter zu haben, aber in dieser Nacht wurde mein zweiter Sohn geboren. Nach der Geburt steckten sie mich in ein völlig leeres Zimmer. Schon im Wochenbett schoss mir der Gedanke durch den Kopf: „Werde ich wirklich allein sein?“

Im Schlaf hörte ich, wie eine andere Frau mit Wehen hereingebracht wurde. Im Stillen war ich froh, dass ich bis zu meiner Entlassung mein Zimmer mit jemandem teilen konnte. Der Name des Mädchens ist Marina. Sie bekam ihre erste Tochter. Schon am Morgen wurden uns unsere Babys gebracht. Das Aufstehen fiel mir nicht schwer, als erfahrene Mutter bin ich früh aufgestanden und habe geduscht, bevor eine Schlange aus der ganzen Station hereinstürzte.

Marina wurde von der Krankenschwester geweckt, die sie aufforderte, sich zum Füttern bereit zu machen. Widerwillig drehte sie sich um, nickte und schloss wieder die Augen. Ich dachte, das Mädchen würde sich immer noch von einer harten Nacht erholen. Nach ein paar Stunden lernten wir uns kennen und kamen ins Gespräch.

Die vier Tage im Krankenhaus haben sehr viel Spaß gemacht. Auf der gesamten Station lagen nur sechs Frauen in den Wehen. In der Kantine trafen wir weitere Mädchen aus der Pathologie. Sie sahen uns an, als wären wir Heldinnen, fragten uns oft aus und erzählten uns mit einem Lächeln, wie jemand geschrien hat. .

In der Nacht vor ihrer Entlassung sah Marina ihr kleines Mädchen immer wieder an, und ihr stiegen die Tränen in die Augen. Sie hielt ständig ihr Handy in der Hand und schrieb mit jemandem SMS. Aber das ist verständlich, wir sind alle so, damit wir die Kinder nicht aufwecken, und schreiben mehr SMS als dass wir ans Telefon gehen.

– Marin, ist dir etwas zugestoßen? – konnte ich nicht anders als sie zu fragen, als ich in ihre tränenroten Augen sah.
– Ich kann nicht reden“, zuckte ich mit den Schultern, rollte mich auf meinem Kissen zusammen und heulte einfach los.
Ich hatte bei meiner ersten Geburt einen ähnlichen Zustand. Ich wollte unbedingt nach Hause, aber sie wollten mich wegen Komplikationen noch einen Tag länger im Krankenhaus behalten. Oh, ich habe damals so sehr geweint. Marinas Grund war das genaue Gegenteil. Sie wollte den Moment der Entlassung nicht erleben. Die ganze Zeit fragte sie sich, ob sie ihr Baby hier lassen oder mitnehmen sollte?

Marina trennte sich von ihrem Freund, als sie im achten Monat schwanger war. Sie sind nicht verheiratet. Die ständigen Partys und die häufigen Schläge waren zu viel für sie. Keine Unterstützung durch die Eltern, nur leere Vorwürfe. Das Mädchen stammt aus einer zerrütteten Familie. Nach der Entbindungsklinik kann sie nirgendwo hin.

Für uns Frauen ist die Entbindungsklinik wie die Armee – es sind Schwestern und Verwandte da. In meinem Kopf wurde eine Idee geboren, die ich nicht auszusprechen wagte.

  • Marina, was wäre, wenn ich dir helfen würde? Werden Sie eine Mutter sein? – Ich konnte es kaum herausbekommen.
    Sie schaute ihn fragend an und begann auf die nächsten Worte zu warten. Ich bot ihr an, eine Zeit lang bei mir zu bleiben. Bis das Kind auf den Beinen ist, bis das Kind in den Kindergarten geht. Damals wusste ich noch nicht, wie ich meinem Mann erklären sollte, dass er zwei Frauen von der Entbindungsklinik abholen musste. Aber mein Problem verblasste angesichts des Schicksals zweier Menschen, die durch eine Nabelschnur verbunden sind.

Sie bat das Pflegepersonal, ihr keine Probleme zu erzählen. Ich glaube, sie hätten bei meinem Vorschlag mit den Schläfen gezuckt und ich weiß nicht, was sie ihr angeboten hätten.. Ich erklärte meinem Mann alles und versicherte ihm, dass es das Richtige sei. Als letzten Ausweg könnten wir Marina und das Baby zu meiner Großmutter schicken, die allein lebt. An dem Tag, an dem wir entlassen wurden, gingen wir gemeinsam weg. Marinochka hätte sich nie vorstellen können, dass ihre Tochter mit Luftballons und einem Meer von Glückwünschen nach Hause gehen würde.

Heute sind unsere Kinder genau ein Jahr und neun Monate alt. Und mit Marina und ihrer Tochter Polina lebten wir nur fünf Monate zusammen. Sie hat sogar meinen Mann mitgenommen, worüber ich wahnsinnig froh bin. Marina hat meinen eigenen Bruder geheiratet. Die Geburt des zweiten Kindes steht kurz bevor. Diesmal ist sie ruhig und zuversichtlich, sie hat einen Ort, an den sie zurückkehren kann. Ich bereue es nicht eine Minute lang. Manchmal braucht das Glück nur eine helfende Hand und verständnisvolle Verwandte.

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